Fluorfreie Löschmittel
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Die Zukunft wird fluorfrei
Die Erwartungen an moderne Brandschutzprodukte sind hoch: Sie müssen im Ernstfall sofort funktionieren, einfach und sicher in der Handhabung sein, Menschenleben retten, die Gesundheit schützen, Sachwerte bewahren und zudem eine lange Lebensdauer aufweisen. Idealerweise ist auch das eingesetzte Löschmittel umweltfreundlich und verursacht nach dem Einsatz nur minimale Folgeschäden.
Mit dem endgültigen Beschluss der Europäischen Union zur Regulierung von PFAS ist nun ein bedeutender Schritt getan: Der Einsatz von PFAS in Feuerlöschschäumen wird EU-weit langfristig verboten. Damit ist der rechtliche Rahmen klar festgelegt – der Weg in eine fluorfreie Zukunft ist besiegelt.
Für Hersteller von Löschmitteln bedeutet dies eine große Umstellung. Jahrzehntelang galten filmbildende, PFAS-haltige Löschschäume als Maßstab in der Brandbekämpfung, insbesondere bei brennbaren Flüssigkeiten der Brandklasse B. Nun steht die Branche vor der Herausforderung, leistungsstarke Alternativen zu entwickeln, die denselben hohen Anforderungen genügen – jedoch ohne schädliche Fluorverbindungen und mit Blick auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz.
Was bewirkt der Fluoranteil im herkömmlichen Schaumlöschmittel?
Die Fluorsubstanzen verleihen dem Löschschaum seine hervorragenden filmbildenden Eigenschaften, die gerade am B-Brand (Flüssigkeitsbrände) die Löschwirkung deutlich verstärken. Zwischen Flüssigkeit und Schaum bildet sich ein sehr dünner Flüssigkeitsfilm. Am A-Brand können die Fluortenside die Oberflächenspannung viel weiter als andere Zusatzstoffe im Schaummittel senken. Das sorgt dafür, dass der Schaum besser und schneller in feine Strukturen eindringt. Zudem sorgen die Fluortenside dafür, dass das Schaummittel eine abstoßende Wirkung auf Flüssigkeiten hat. Vorteil: Der Flüssigkeitsfilm ist dadurch stabiler, hält länger und reißt nicht auf. Diese Eigenschaften führen dazu, dass der Gasaustritt aus der brennbaren Flüssigkeit effektiv verhindert wird. Die Fluorverbindungen zählen zu der Gruppe der PFAS.


Was sind PFAS?
Bei PFAS handelt es sich um oft toxische per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, von denen über 4.700 Einzelsubstanzen bekannt sind. Chemisch betrachtet sind PFAS organische Verbindungen verschiedener Kettenlängen, bei denen die Wasserstoffatome durch Fluoratome vollständig (perfluoriert) oder teilweise (polyfluoriert) ersetzt worden sind. Man findet sie in zahllosen Alltagsprodukten, wie Outdoorjacken, Teflonpfannen und -töpfen, Kosmetika und Schutzkleidung aber auch in fluorhaltigen Feuerlöschmitteln.
Warum sind Schaumlöschmittel in der Kritik?
Die chemisch hergestellten Substanzen kommen in der Natur nicht vor. Zwar bieten Sie den Vorteil, dass sie wasser-, schmutz- und fettabweisend sind, stehen aber bereits seit längerem in Verdacht schädigend für Lebewesen zu sein. Sie gelangen über das Wasser rasch in unser Ökosystem und reichern sich über Grund- und Trinkwasser, Lebensmittel (Pflanzen, Tiere und Bioorganismen) oder die Atemluft im Menschen an.
PFAS sind kaum abbaubar, bleiben für einen sehr langen Zeitraum in der Umwelt und können unter anderem die Cholesterinwerte und die Neigung zu Infekten erhöhen, die Leber und Schilddrüse sowie das Herz schädigen, wirken vermutlich krebserzeugend und nehmen ungünstigen Einfluss auf ungeborenes Leben. Man unterscheidet zwischen langkettigen (und schädlicheren) C8 und weniger schädlichen (kurzkettigen) C6-Schäumen.
Selbst die neuere Generation der kurzkettigen C6-Schäume, die dem aktuellen Stand der Technik entsprechen, werden mittlerweile als bedenklich eingestuft. Die auffällige Substanz bei den C6-Schäumen, deren Verbindungen extrem persistent in der Umwelt sind, ist PFHxA (Perfluorhexansulfonsäure) und gehört ebenfalls zur PFAS-Stoffgruppe.

Ausblick in die Zukunft
WAS IST IN ZUKUNFT FÜR FLUORHALTIGE LÖSCHMITTEL ZU ERWARTEN?
Die Zukunft wird eindeutig fluorfrei. Die Europäische Union hat die neue Verordnung zur Regulierung von PFAS in Feuerlöschschäumen final beschlossen. Damit ist die Verwendung dieser Stoffe nun eindeutig eingeschränkt und geregelt. Für Hersteller und Anwender bedeutet dies einen klaren Kurswechsel hin zu fluorfreien Alternativen, die sowohl leistungsstark als auch umweltverträglich sind.
IST DIE NEUANSCHAFFUNG FLUORHALTIGER FEUERLÖSCHER/LÖSCHMITTEL WEITERHIN SINNVOLL?
NEIN – wirtschaftlich und aus Umweltgesichtspunkten sollte eine Anschaffung hinterfragt werden – insbesondere mit Blick auf Nachhaltigkeit/Langlebigkeit. Aufgrund der sich abzeichnenden Aussonderungspflicht fluorhaltiger Schäume, im worst case bereits in 2024/2025, ist deren Anschaffung gut zu überlegen.
WISSENSWERT
Nahezu alle Feuerlöscher Hersteller haben die Produktion von fluorhaltigen Feuerlöschern bzw. Löschmitteln bereits eingestellt und Ersatzfüllungen sind nicht mehr erhältlich. Für einige Feuerlöscher-Typen, insbesondere Schaum- Kartuschen- Löscher, besteht die Möglichkeit einer Umrüstung auf fluorfreie Schaumlöscher. Leider ist dies bei fertig vermischten Schaumlöschern und Dauerdruck-Feuerlöschern nicht möglich. Diese Geräte müssen daher durch neue ersetzt werden.

Wir sind vorbereitet
Wir haben unsere Produktpalette entsprechend dieser neuen Herausforderungen bereits erweitert und bieten Ihnen schon jetzt eine sinnvolle Alternative mit unseren fluorfreien Schaumlöschern. Details zu unseren neuen fluorfreien Feuerlöschern finden Sie in unserer Produktübersicht oder Gerne beraten wir Sie auch persönlich rund um das Thema „Die Zukunft wird fluofrei“.
